Hirschberg und Steineberg

Ich war im Allgäu! Habe Grad der Einrostung nach dem Winter überprüft – ja, der Muskelkater war erheblich. Dabei haben wir zwei richtig nette Tagestouren gemacht, die vom Anspruch her genau richtig für Eingerostete sind.

Samstag sind wir von Bad Hindelang auf den Hirschberg gestiegen. Es geht zunächst an einem kleinen Wasserfall entlang, dann kommen seltene Pflanzen, z.B. irgendwelche Orchideen (sorry, schon wieder vergessen, was es war, bin botanisch nicht so sensibilisiert!) und die Steigung war bei dem schwülen Wetter schweißtreibend. Oben dann der Blick, leider teilweise schon von Gewitterwolken verdorben. Aber hier Richtung Österreich hinein:

Ausblick vom Hirschberg

Die ersten Hälfte der Höhenmeter sind wird also fast rennend abgestiegen. Dann beschlossen wir: Glück, denn nach einer Minute Regen hörte es auf, und das Gewitter zog woanders hin. Wir saßen kurz danach schon im Cafe Polite am Hang in der Sonne und fühlten uns wie im Urlaub. Ich behaupte zwar immer, dass ich gegen Klischees bin, aber das Cafe bediente meine Bayern-Klischees ungemein. Die Bedienung war im Dirndl unterwegs, und das Interieur war Hütte-Hütte-Hütte. Und abends haben wir zu Hause Käsespätzle gemacht. 😉

Sonntag sind wir mit Muskelkater (ich zumindest) los nach Gunzesried und haben den Steineberg beklommen. Was an der Wanderung besonders toll war, war, dass ich unterwegs irgendwie vergessen hatte, dass es irgendwo eine Leiter geben sollte. Wir kamen also „von hinten“ den Berg hoch und sahen erst fast ganz oben, wie steil es an der anderen Seite hinunter ging. Der Ausblick war trotz Wolken ganz gut. Ich wollte eigentlich den Ifen sehen. Dort erahnte man aber nur Schemen. Die anderen erläuterten mir anhand der Karte, dass er das sei und setzten hinzu: Glaube versetzt Berge!
Die Leiter nahmen wir dann für den Abstieg: es geht etwa 20 Meter an der Wand hinunter, ist aber alles nett festgeschraubt.

Leiter am Steineberg

Überhaupt fiel der Picos-Bewanderten gleich auf, wie hübsch immer alles geebnet war. Wenn mal ein Tritt nicht schon total ausgetreten war, war gleich eine Eisenplatte angebracht. Reckte kein Baum seine Wurzeln zum Festhalten hin, dann gab es Stahlseile, die nicht unbedingt so hilfreich sind, weil sie total schlackern, aber gut.

Zu guter Letzt das Beste: Ich hatte mir nicht nur in den Kopf gesetzt, zum Ifen rüberzuwinken, sondern auch, die Stille mit nach Berlin zu bringen. Stille sei definiert als kreischende Grillen statt Motoren und läutende Kühe statt Handys. Stille als Klingelton, das ist ja eine Marktlücke! Oder Stille podcasten! Voila: [fehlt hier leider noch!].

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