“Sex 2.0″ – Der schlechteste Vortrag des Tages

Die Vorträge sind wie immer verschieden – es gab sehr feine und halt andere (ich motze heute nur, deshalb gehe auf die guten Sachen nicht so genau ein. Das ist vielleicht unlauter, aber was soll es…). Meine erste Erwartung war, dass der „Anti-Verpeil-Talk“ den Vogel abschießt. Nach fünf Minuten war mir klar, dass ich dort nicht wirklich viel für mich mitnehme – aber mir war auch klar, weshalb der Redner sich so eingehend mit Zeit- und Projektmanagement auseinandergesetzt hat… Zudem konnte ich seine Folien auch nicht sehen, weil es so voll war. Und: ich gehöre zu den Menschen, die auf einen papiernen Kalender schwören, anstatt dauernd jedes to doeinzutippen und Laptop und Handy zu synchronisieren und all das auch noch auszudrucken.
Aber der Anti-Verpeil-Talk wurde noch auf wundersame Weise getoppt durchden abendlichen Vortrag „Sex 2.0. Hacking Heteronormativity“. Ein Mann (ich glaube, dies ist keine voreilige Zuschreibung) saß vor dem überfüllten Saal und gab zum Besten, dass er eigentlich gar nicht verstanden hat, worüber er dort spricht. Er führte in Begriffe ein (sehr runtergebrochen, er hat vielleicht mal bei Wikipedia nachgelesen oder so) und machte dann einen Bogen, den nicht nur ich nicht nachvollziehenkonnte. Es ging irgendwie um Menschen, die wegen ihre sexuellen Orientierung diskriminiert werden oder einfach von gesellschaftlichen Normen abweichen, darum dass sie sich durch das Internet besser vernetzen / austauschen können als vorher, dass aber die Profile, die sie sich auf den entsprechenden Portalen einrichten können eigentlich total krasse Daten abfragen (Da fehlte eine Verbindung, das stand da so nebeneinander.). Auf den merkwürdigen Folien standen immer nur Worte, am Ende „soziale Verantwortung“. Hm. Oft baute er komische Witzchen ein und kam damit meist wenig ernsthaft rüber.
Ich fragte mich gerade, was will der uns sagen, da stellte jemand diese Frage laut und schloss an: Wie ist nochmal die Verbindung zu Heteronormativität? Die Unbedarftheit des Menschen da vorn wurde bei den Nachfragen offensichtlich. Er hatte weder Thesen, noch konnte er irgendwelche Nachfragen beantworten. Schlimmer,er schien einen schicken Begriff aufgeschnappt zu haben und den auf dem Kongress einbringen zu wollen (was ja eine gute Idee ist), aber er schien nicht nachvollzogen zu haben, wovon er redet („die weibliche Sexualität als solche im Vergleich zurmännlichen“). Er quasselte was von Frauen und ihren Bügeleisen, hier plötzlich ganz ernst. Hilfe…Jetzt ist hier schon wieder ein Vortrag, ich hör mal auf zu tippen!

  • Veröffentlicht in: Allgemein