Monotekktoni

Was für ein schräger Abend im Festsaal Kreuzberg, wo ich gestern so etwas ungeplant gelandet bin, weil Monotekktoni spielte. Ich gehe offenbar immer nur in ganz bestimmten Kreisen weg, denn Leute, die in solchen Kostümchen ausgehen, treffe ich sonst NIE. Glitzer, Masken oder blaue Streifen im Gesicht, Tüllröcklein, Pumps, Puschelärmel, Federchen und und und. Aha, dachte ich. Immerhin super Musik, die da aufgelegt wurde, irgendwelches Elektrozeugs.

Dann war da die erste Band, deren Name mir entfallen sein muss in der Aggression, die sie in mir hervorbrachte. Zwei Frauen, auf makellos gemacht, die quasi eine CD eingelegt und losgesungen haben. Bei einem Lied kamen Hoola-Hoop-Reifen zum Einsatz, und es gab quasi ein Rollenspielchen dazu, da hatte ich kurz Hoffnung. Doch dann packten sie so Leuchtringe aus, wie es sie in den Achtzigern gab, als ich mit meiner Familie an dunklen Herbstabenden im Tiergarten die gesammelten Kastanien und Eicheln abgab und es dann noch einen Laternenumzug gab. Sie sangen „Vorsicht, ein Kreis“ und schmissen die Dinger ins Publikum. Hilfe!

Aber die Nerverei hat sich super gelohnt, denn Monotekktoni war fein. Hatte die noch nie live gesehen und stand wohl mindestens die Hälfte des Konzerts über glotzend mitten auf der Tanzfläche. Ich kam wahrscheinlich über ein Wippen mit dem Fuß kaum hinaus und verstand gar nicht, wie die um mich herum alle so rocken konnten – ich musste hinhören und hinsehen.

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