Archive for the ‘Urlaub’ Category

Klettern am Tomášovský Výhľad

Dienstag, September 7th, 2010

Kletterfels aus der Ferne

Kletterfels aus der Ferne

Da sich online relativ wenig Infos zu den genaueren Gegebenheiten finden ließen, kommt hier nun eine kleine Kletterdoku zu der Felswand am Tomášovský Výhľad im Slovenský Raj / im Nationalpark Slowakisches Paradies. (Zum Vergrößern bitte auf die Fotos klicken!) Die besten Infos zu den Kletterrouten gibt es hier: http://www.jamesak.sk/sprievodca/spr_tomd.htm. Obwohl der Plan von 1998 ist, ist er noch ziemlich aktuell, nur einige Routen sind neu, und der Plan ist zu klein, als dass die Sicherungspunkte (alle) eingezeichnet wären.

Hochgeschaut

Hochgeschaut

Wer die Anlage nun eigentlich genau pflegt, hab ich nicht rausbekommen, tippe aber auf die Verwaltung des Nationalparks. Die hatte einen kleinen Unterstand vor dem Výhľad, an dem das Besteigen des Aussichtspunkts einen Beitrag kassierte, und an einem Tag/bei einem der Mitarbeiter kostete uns das Klettern 1,50 € pro Nase (sonst nichts). Habe hocherfreut festgestellt, dass die Haken und Ringe größtenteils nagelneu sind! Auch die älteren sind in sehr gutem Zustand. Hier zwei Beispiele nahe der oberen Kante:

Alte und neue Sicherungen

Alte und neue Sicherungen

Es gibt (von Spišske Tomášovce) einen kürzeren Weg als oben über den Ausguck zu laufen und dann rechter Hand nach dem Trampelpfad zu suchen. Und zwar kurz nach dem kleinen Unterstand vom Nationalpark – da geht es rechts auf einem schlechten Pfad weiter, aber nach ca. 3 Minuten steht mensch unter balkon. (Links lang zum Ausguck.)

Pfad zur Kletterstelle

Pfad zur Kletterstelle

Nun muss ich hinzufügen, dass dies meine erste Fels-Klettertour war und ich nur drei Tage an der Wand war. Auf dem vorhergehenden Erkundungspaziergang dachte ich schon, ich käme da nie hoch, weil die Einstiege mir erstmal schwierig aussahen, und – im Gegensatz zur Kletterhalle – der erste Haken oft 4-5m hoch war. Der zweite Haken dann nochmal 4 Meter höher, was den ersten Haken ja in gewisser Hinsicht überflüssig machen kann.[1] Dazu kam der grobe Überblick: Je leichter eine Route eingestuft ist, desto weniger Sicherungspunkte sollte mensch brauchen, um da hochzukommen. Bei der einzigen 3er-Router habe ich von unten gar keine Haken entdeckt. Bei schweren Routen öfter schon bei vielleicht 3 Metern ein Haken. Eine Philosophie, die ich nicht teile. Auf jeden Fall waren auf rund 17m Höhe immer 3-4 Haken/Ringe angebracht. Insgesamt ist der Tomášovský Výhľad über 100m breit und an den höchsten Stellen ca. 40m hoch, meistens jedoch wahrscheinlich 30-35m. Ein Kenner der Wand war mit einem 50m-Seil dort, das er völlig ausreichend fand.

Pfad entlang der Wand

Pfad entlang der Wand

Routenbeschriftung

Routenbeschriftung

Als ich dann aber am Klettern war, stellte sich heraus, das es doch geht. ;-) Der Fels ist toll! Ich hab die Routen Balkón zľava / Balkon von links (4), Dievčenská / kleines Mädchen (4+) und Hodiny / Stunden (4) erklommen, nicht bis ganz oben, sondern ca. 17 Meter weit, soweit es ging. Ein Kletterer hatte sie uns zum Einstieg empfohlen. Bei allen drei Routen fand ich, dass es Elemente gab, die ich eindeutig nicht mehr im 4er-Bereich einstufen würde.

Balkón zľava

Diese Route hat sehr nette Teile: Unten eine Verschneidung mit so großen Felsbrocken, die vor der Wand liegen. Von denen aus nur ein Schritt zum ersten Haken. Unterhalb des zweiten Hakens kann man gut stehen. Dann ist der nächste Haken rechts oben, also schon unten neben dem Balkon. Trotzdem geht es kurz nach links, um sich auf das kleine Sims zu hieven. Links noch ein super Griff, rechts ein Fingerloch, dann links loslassen und rüberlaufen (beim ersten Mal schwer vorstellbar, dass das als Niveau 4 durchgeht). Bald kommen wieder Griffe und der Haken. Mein letzter Haken war der oben an der Seite des Balkons.

Balkón zľava

Balkón zľava

Dievčenská…

… ist die Route, an die ich mich am schlechtesten erinnere. Der Einstieg bis zum zweiten Haken ist bildlich dokumentiert (mit 55l Rucksack als Größenorientierung. ;-) Nein, tatsächlich war das Aufhängen des Rucksacks ein Klemmkeil-Experiment):

Einstieg Dievčenská

Einstieg Dievčenská

Dievčenská 1. und 2. Haken

Dievčenská 1. und 2. Haken

Wie es oben weiterging – geradeaus hoch dieses Mal.

Hodiny

Hodinys Beginn ist zwar leicht, das sind fast große Stufen an der Wand hoch, aber der bei ca. 8m sichtbare Ring ist tatsächlich auch der erste. Hier einmal der Weg bis zum ersten und einmal der Weg bis zum dritten Haken. (Danach würde es links weitergehen, das war uns aber nix.)

Einstieg Hodiny

Einstieg Hodiny

Verlauf Hodiny

Verlauf Hodiny

Kletterwand mit Balkon

Kletterwand mit Balkon

Hier nochmal der Balkon, von dem ich dauernd rede.

Insgesamt scheinen am Tomášovský Výhľad vor allem Einheimische zu klettern,  z.B. aus Spišska Nova Ves. Wir waren schon extra am Wochenende dort, um ihnen zu begegnen, es war aber trotz super Wetter (30 Grad in der Sonne, bei einer Kletterstelle im Schatten) recht leer, oft kletterten die Anderen nicht einmal in Sichtweite. (Dass muss man sich angesichts der überfüllten Berliner Kletter-anlagen mal vorstellen!) Meine kurzerhand erhobene Gender-Statistik, die vollkommen dem Zweigeschlechterdenken verhaftet bleibt und nach 4 Tagen Anwesenheit am Fels natürlich nicht viel aussagen kann, ergibt: Am Tomášovský Výhľad klettern viel mehr Männer als Frauen, etwa 8x so viele!

Kletternde! Da ist es echt schön, es gibt nette Routen zu entdecken! Eins noch: Beim Wohnen im Dörfchen hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, irgendeine slawische Sprache ein bisschen zu können, ob beim Mieten der Unterkunft, im Dorfladen oder beim Erfragen des richtigen Weges. Das hatte zwar den Effekt, dass die Leute dachten, ich müsse sie ja auch verstehen, weil sie mich verstehen… aber das übt ja im Slowakischen. ;-)

[1] Doch ich lese hier zum Vergleich über die Regeln des Elbsandsteingebirges auch: Der mindeste Abstand der Sicherungspunkte sei 3m, empfohlen seien 5m (vgl. das Editorial in Berliner Bergsteiger 04/2010).

Stubaier Höhenweg

Sonntag, September 7th, 2008

Auf dem Weg zu einem unpolitischen Freizeitblog schreibe ich ihn nun, den Urlaubsbericht! Wir waren in Tirol auf dem Stubaier Höhenweg unterwegs. Gerade wollte ich schreiben “zu zweit”, aber das wäre angesichts des Ansturms eine recht dreiste Lüge. Als wir noch in Fulpmes an der Talstation standen, hing da schon ein Schild, dass unser erstes Ziel, die Starkenburger Hütte, ausgebucht sei. Nachdem wir uns vergewissert hatten, dass der Schrieb aktuell war, war die Dame, die in der Talstation arbeitet, total nett und hat ein paar Hütten für uns angerufen, um zu klären, was tun. Schließlich sind wir hochgefahren und zur Adolf-Pichler Hütte gegangen, eine gute Strecke zum Eingewöhnen. Und wir hatten immerhin eine Unterkunft, wenn auch in einer Privathütte, in der Gäste die Pflicht-Halbpension übergeholfen bekommen, ob sie wollen oder nicht. Wir haben dort begonnen, immer die Hütte für den nächsten Abend telefonisch zu reservieren. Oft machten das sogar die HüttenwirtInnen gleich als Sammelbestellung. (Als Neumitglieder im Alpenverein war uns zu Beginn nicht klar, dass wir einfach hätten hingehen können. Alle Mitglieder bekommen zumindest ein Notlager. Also: Nicht abwimmeln lassen! ;-) )

Unsere Stationen:
1. Tag: Innsbruck – Straßenbahn – Fulpmes – Lift – Adolf-Pichler-Hütte
2. Tag: Pichler-Hütte – Sendersjöchl – Franz-Senn-Hütte
3. Tag: Rinnenspitze
4. Tag: Franz-Senn-Hütte – Schrimmennieder – Neue Regensburger Hütte
5. Tag: Pause
6. Tag: Neue Regensburger Hütte – Grawagrubennieder – Dresdner Hütte
7. Tag: Dresdner Hütte – Peiljoch – Sulzenauhütte
8. Tag: Sulzenauhütte – Niederl – Nürnberger Hütte
9. Tag: Nürnberger Hütte – Simmingjöchl – Bremer Hütte
10. Tag: Pause
11. Tag: Bremer Hütte – Pramarspitze – Innsbrucker Hütte
12. Tag: Warten auf gutes Wetter
13. Tag: Habicht
14. Tag: Innsbrucker Hütte – Gschnitz – Steinach – Innsbruck

Die Tierwelt hatte sich von diesem Höhenzug weitgehend zurückgezogen. Um so schicke diese eine Ziegenherde, lauter mittig schwarz-weiß geteilte Viecher!

Ziege

Ziege

Die Tour hatte drei besonders lange Tage: Von der Pichler- zur Franz-Senn-Hütte, von der Neuen Regensburger zur Dresdner Hütte und von der Bremer zur Innsbrucker Hütte, wo wir jeweils eine Gehzeit von 6-7 Stunden hatten. Sonst waren wir eher zwischen drei und vier Stunden am Gehen. Ich gehöre nicht zu den Superflitzern, die auf der Tour Hütten überspringen. Uns haben zwischen der Neuen Regensburger und der Dresdner Hütte tatsächlich welche überholt, die an dem Tag in der Franz-Senn-Hütte aufgestanden waren. Andere haben uns erzählt, dass sie über die durchs Skigebiet zerrüttete Landschaft um die Dresdner Hütte herum so geschockt waren, dass sie gleich noch drei Stunden drangehängt haben. Nee, also, ich brauchte die Pausentage dringend, damit sich meine matten Beine erholen konnten. Für den Kopf ist es sehr erholsam: Nach ein paar Tagen geht es nur noch um Gehen, Essen, Gucken, wer sonst noch unterwegs ist, und Schlafen, also nur über basics nachdenken müssen, hihi. Schlafen von ca. 21.00-6.30 Uhr!

Das Wetter war nicht sooo doll. Mehrmals sind wir den ganzen Tag durch die Wolken spaziert oder haben bestimmte Wegvarianten (Großer Trögler, Mairspitze) nicht gewählt, weil die Sichtweise 100m nicht überschritt. Aber wir hatten Weitblick an einigen entscheidenden Orten: auf der Rinnenspitze, der Grawagrubennieder, dem Simmingjöchl und dem Habicht, so dass ich mal nicht zu viel über’s Wetter meckern will. Außerdem hatte ich das Glück, dass ich unterwegs eine rote Wollmütze gefunden habe, dank derer ich weniger kalte Öhrchen hatte. (Ich hoffe, die Eigentümerin musste nicht zu sehr frieren ohne!)

Berg Habicht

Berg Habicht

Ich habe einen Gletscher angefasst! Zwischen Peiljoch und Sulzenauhütte. Bald gibt’s vielleicht keine mehr. Leute, die schon vor 15 Jahren dort unterwegs waren, haben beschrieben, von wo bis wo die Dinger damals reichten. Man hätte im Sommer auf Skiern geradezu in die Dresdner Hütte fahren können, jetzt muss man mit dem Lift hinfahren…

Wie schon erwähnt, rennt ein Haufen Menschen im August auf den Stubaier Höhenweg (wir haben gehört, dass die Grawagrubennieder auch tatsächlich erst irgendwann im Juli geöffnet wurde). Die Atmosphäre hat etwas unter der Überfüllung der Hütten gelitten, vor allem in der ersten Woche. Es gab Leute, die Monate vorher ihre Doppelzimmer mit Halbpension gebucht hatten, und wer in einigen Hütten Halbpension nahm oder a la carte aß, wurde eben auch zuerst bedient. Wer nur das Bergsteigeressen konsumiert hat, bekam ganz als Letztes und wurde auch noch in jeder Hütte mit Speck abgefüllt.
Besonders absurd gestaltete sich das Ganze in der Neuen Regensburger Hütte. Bei Ankunft haben wir gleich einen Stundenplan bekommen: bis 16h45 Essen bestellen, bis 17h40 die Tischnummer ansagen, bis 17h55 die Plätze einnehmen, gleich nach dem Essen in der Bezahlschlange anstellen! Das Bergsteigeressen wurde um 19h30 serviert! (Also auch bei totaler Überforderung der Lohnarbeitenden nicht vom Plan abweichen…) Ich dachte auch, ich seh nicht richtig: In der Gaststube waren alle Tische reserviert für die Halbpension-Leute. Berghütte goes Zwei-Klassen-Gesellschaft… Ach und nochwas: Für die zweite Nacht dort nahmen wir so eine Halbpension, um mal was Anderes als unser Müsli zu frühstücken. Und da mussten wir feststellen, dass Halbpension nicht etwa bedeutet, dass die Übernachtung im Preis drin ist – selbst dann nicht, wenn das auf der Preisliste explizit so steht. In meinem persönlichen Hüttenranking musste diese Hütte auf den hinterletzten Platz weichen, obwohl z.B. die Lage echt schön ist und die, die dort arbeiten und sich all die Regeln sicher nicht ausgedacht haben, trotz der Überfüllung nett und bemüht waren.

Was wirklich, wirklich toll war, waren all die netten und aufgeschlossenen WandererInnen. Nette Gespräche, Doppelkopf- oder andere Spielrunden gab es immer. Es hat großen Spaß gemacht, mal 2-3 paar Tage mit den gleichen, dann wieder mit neuen Leuten unterwegs zu sein bzw. abends zusammenzuhocken!

Viele Leute, die wir unterwegs getroffen haben, wollten gerne wissen, wie die Grawagrubennieder ist, da sie in so einem verbreiteten Wanderbuch als größte Herausforderung des Stubaier Höhenwegs beschrieben wird. In der Neuen Regensburger hing aus, wie die Stelle mit dem Schnee und Geröll passiert werden sollte: Nicht rechts drumherum gehen, weil Gletschereis unterm Geröll rumliegt, sondern ab durch die Mitte. Wir haben das (so ziemlich als einzige an dem Morgen) beherzigt und sind etwa auf der Höhe des unteren Drittels ins Schneefeld gestiefelt und dann hoch. Das hat auch funktioniert und ist für Leute, die nicht so gerne über Blockschutt kraxeln, vielleicht stellenweise auch eine schnellere Variante. Irgendwo überquert ein Drahtseil das Schneefeld; dort sind wir dem Seil nach links gefolgt und das letzte Stückchen über Geröll gegangen, mit Festhalten. Dann klettert man noch die letzten Meter mit Seilversicherung hoch auf die Ggn.

Grawagrubennieder

Grawagrubennieder

Noch was ganz Tolles sind die Hochmoore! Mir sind drei davon im Gedächtnis, nämlich eins gleich hinter der Neuen Regensburger Hütte, eins am gleichen Tag Nähe Mutterbergsee und eins zwischen Nürnberger Hütte und Simmingjöchl. Bildschön, mit ihren puscheligen Gräsern, wie kleine Oasen in dem schroffen Drumrum.

Hochmoor vor Grawagrubennieder

Hochmoor vor Grawagrubennieder

Noch ein paar Stichworte zu meinem “Hüttenranking” (ganz im Trend, nur Exzellenzcluster, die vergebe ich nicht…):
Pluspunkte haben die Sulzenauhütte (die erste kleinere Hütte mit nettem Klima), die Nürnberger Hütte (sehr nette Bewirtschaftung und gute “Kaspressknödel”, der Kaiserschmarrn ist dagegen nicht so berühmt…) und die Bremer Hütte (leckerer Kaiserschmarrn, riesige Portion). Die Innsbrucker Hütte hatte den besten Kaiserschmarrn! Ich hab dem Wirt jedoch etwas übel genommen, dass er meine Angst vor einem Abstieg bei Gewitter nicht ernst genommen hat. (“Ich hab doch gesagt, dass das Wetter scheiße wird.”) Nur weil es in seinem Metier eine Selbstverständlichkeit ist, am Berg zu sterben, muss ich das ja nicht auch anstreben… Und schließlich die Zentren des Massentourismus: Franz-Senn-Hütte, Neue Regensburger Hütte, Dresdner Hütte.

Ja, und jetzt bin ich topfit!

Sauna im Städtischen Hallenbad Innsbruck

Montag, August 18th, 2008

Es war Zufall, dass wir ausgerechnet dort gelandet sind. Letzten Freitag endete die Wandertour (Bericht folgt!) mit einem Abstieg bei Gewitter, zwei ganz nasse und schlecht gelaunte Personen… Nun ja, in Innsbruck hat uns eine Dame in der Touri-Auskunft gesagt, dass die nächste Sauna im Hallenbad in der Amraser Straße sei – und nichts wie hin.

Was sehr fein war: Der Typ an der Kasse hatte nicht nur die gute Nahcricht für uns, dass eh alle Gäste Leinentücher zum Vollschwitzen geliehen bekämen, sondern er kramte auch ganz unkompliziert noch irgendein vielleicht vergessenes blaues Handtuch hervor, das wir benutzen konnten. Also nichts wie rein – für 'nen Zehner kann man so lange bleiben, wie man will. Der Saunabereich ist separat, nicht wirklich im Hallenbad.

Es gibt zwei Saunen (einmal 80-85 Grad und einmal gut 90 Grad) und ein Dampfbad. Dazu Fußbäder und einen Außenbereich, der zwar an einen vergitterten Balkon erinnert, aber dafür gleich über dem Fluss Sill ist, der da braun in Richtung Inn fließt.

Ich habe zwei Arten von Aufgüssen erlebt, beide Begegnungen der anderen Art… In der etwas kälteren Sauna waren ca. 10-12 alte Männer, die sich die ganze Zeit sexistische Witze erzählten – nee, Moment, es waren auch irgendwelche Autowitze dabei. Nun ja, nach ungefähr fünf Minuten bin ich raus (und nicht wegen des Aufgusses, der war nämlich nicht mal gut). So hab ich es dann verpasst, mich mit Honig einzureiben. Netterweise verschwand auf einmal die ganze Riege aus der Sauna. Es war ein Feiertag, vielleicht lag's daran, dass es plötzlich total leer wurde.

Der andere Aufguss war automatisch! Sehr lustig. Da sprinkelt es plötzlich wie von selbst los. Unter der Decke hängt ein Ventilator, der das “Wedeln” übernimmt. Ich hab mich fast erschrocken, weil ich nicht so richtig drauf gefasst war…

Die Rumliegemöglichkeiten sind vielfältig: Es gibt einen Bereich in der “Halle”, von der die Saunen und Duschen abgehen. Eher unruhig. Es gibt die Holzempore, die oben drüber einen abgeschiedeneren Bereich schafft. Dort ist es nicht weniger laut, aber bullig warm, immerhin kein Frieren zwischendurch. Und schließlich kann mensch auch einen ganz separaten Ruheraum aufsuchen. Da geht zwar mal jemand durch, aber kein Vergleich.

Soweit – also, wer mal durchgefroren in Innsbruck ankommt, kann sich dort nur ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt durchwärmen lassen! Der Preis war in diesem Fall das Publikum…

Felsentherme Bad Gastein

Mittwoch, März 26th, 2008

Diesmal ein Sauna-Testbericht aus Österreich! Es hat mich in die Felsentherme dieses Ortes verschlagen, von dem niemand so richtig weiß, wie er sich schreibt: Bad Gastein oder Badgastein. Ist auf jeden Fall ein Ski- und Kurort im Land Salzburg, in den Hohen Tauern. Die Felsentherme speist sich – wie der Name schon sagt – aus heißen Thermalquellen. Nachdem man die finanzielle Hürde von ca. 17 Euro für drei Stunden (die auch genau mitgeschnitten werden, man darf um acht Minuten überschreiten, sonst nachzahlen…) genommen hat, ist man in einem kleinen Badehimmel: Die Schwimmbecken haben mich als Ungernschwimmerin nicht so vom Hocker gerissen, weil sie sich zu sehr ähnelten. Mal sprudelt es zwar hier, mal da, aber naja. Was in der Tat schick ist: Bei Dämmerung nach draußen zu schwimmen und sich mit Blick auf die Berge auf einer Massagedüse in warmen Thermalwasser zu aalen! Aber nun zur Sauna, die sich im oberen Stockwerk befindet: Ich habe wahrscheinlich gar nicht mehr alle Angebote im Kopf: Finnische Sauna, Danarium, Soledampfbad (leicht salzig und hundert Prozent Luftfeuchtigkeit, man sieht also im Prinzip nix), ein paar andere Saunen, in denen die Temperatur unter 90 Grad liegt. Schön war, dass immer an der Tür vermerkt war, wann Aufgüsse sind. Dann müssen die Gäste oft selbst aktiv werden, sich den Kübel schnappen und in Abstimmung mit den Anwesenden aufgießen und wedeln! Zur Abkühlung gibt es neben normalen Duschen auch Schwalleimer und verschieden temperierte Becken, teilweise im Freien. Obwohl es sehr gut besucht war, habe ich nirgendwo auf Duschen, Umkleidekabinen oder Föne gewartet, sie werden also offenbar dem Ansturm gerecht. Die drei Stunden reichen kaum aus, um das ganze Angebot durchzuprobieren. (Und man muss ja auch mal rutschen gehen zwischendurch!) Ich würde also den Saunafreaks empfehlen: Geht gleich hoch in die Saunen (und bereitet Euch aus einen Überschuss männlicher Renter vor – und: Achtung, deren Aufgüsse sind was für Profis…)

Hirschberg und Steineberg

Dienstag, Mai 29th, 2007

Ich war im Allgäu! Habe Grad der Einrostung nach dem Winter überprüft – ja, der Muskelkater war erheblich. Dabei haben wir zwei richtig nette Tagestouren gemacht, die vom Anspruch her genau richtig für Eingerostete sind.

Samstag sind wir von Bad Hindelang auf den Hirschberg gestiegen. Es geht zunächst an einem kleinen Wasserfall entlang, dann kommen seltene Pflanzen, z.B. irgendwelche Orchideen (sorry, schon wieder vergessen, was es war, bin botanisch nicht so sensibilisiert!) und die Steigung war bei dem schwülen Wetter schweißtreibend. Oben dann der Blick, leider teilweise schon von Gewitterwolken verdorben. Aber hier Richtung Österreich hinein:

Ausblick vom Hirschberg

Die ersten Hälfte der Höhenmeter sind wird also fast rennend abgestiegen. Dann beschlossen wir: Glück, denn nach einer Minute Regen hörte es auf, und das Gewitter zog woanders hin. Wir saßen kurz danach schon im Cafe Polite am Hang in der Sonne und fühlten uns wie im Urlaub. Ich behaupte zwar immer, dass ich gegen Klischees bin, aber das Cafe bediente meine Bayern-Klischees ungemein. Die Bedienung war im Dirndl unterwegs, und das Interieur war Hütte-Hütte-Hütte. Und abends haben wir zu Hause Käsespätzle gemacht. ;-)

Sonntag sind wir mit Muskelkater (ich zumindest) los nach Gunzesried und haben den Steineberg beklommen. Was an der Wanderung besonders toll war, war, dass ich unterwegs irgendwie vergessen hatte, dass es irgendwo eine Leiter geben sollte. Wir kamen also “von hinten” den Berg hoch und sahen erst fast ganz oben, wie steil es an der anderen Seite hinunter ging. Der Ausblick war trotz Wolken ganz gut. Ich wollte eigentlich den Ifen sehen. Dort erahnte man aber nur Schemen. Die anderen erläuterten mir anhand der Karte, dass er das sei und setzten hinzu: Glaube versetzt Berge!
Die Leiter nahmen wir dann für den Abstieg: es geht etwa 20 Meter an der Wand hinunter, ist aber alles nett festgeschraubt.

Leiter am Steineberg

Überhaupt fiel der Picos-Bewanderten gleich auf, wie hübsch immer alles geebnet war. Wenn mal ein Tritt nicht schon total ausgetreten war, war gleich eine Eisenplatte angebracht. Reckte kein Baum seine Wurzeln zum Festhalten hin, dann gab es Stahlseile, die nicht unbedingt so hilfreich sind, weil sie total schlackern, aber gut.

Zu guter Letzt das Beste: Ich hatte mir nicht nur in den Kopf gesetzt, zum Ifen rüberzuwinken, sondern auch, die Stille mit nach Berlin zu bringen. Stille sei definiert als kreischende Grillen statt Motoren und läutende Kühe statt Handys. Stille als Klingelton, das ist ja eine Marktlücke! Oder Stille podcasten! Voila: [fehlt hier leider noch!].

Irre Botschaften

Mittwoch, Oktober 11th, 2006

Ich muss heute noch was über's Allgäu loswerden: Alle paar Meter werden WandererInnen nämlich mit Botschaften konfrontiert, die da am Wegesrand stehen. Ob sie aussagekräftig sind, steht zur Diskussion. Vielleicht sind sie auch dazu da, die wandernden Gruppen zu unterhalten oder ihnen andere Reize zu bieten als ausschließlich das Naturerlebnis. Oder sie daran zu erinnern, wer die Wege pflegt, als ständiger, stiller Appell “Werdet Mitglieder!”

 

Was sollen die armen Menschen tun, wenn sie entweder vom Parkplatz kommend gleich in die Starzlachklamm reinwollen oder den umgekehrten Weg gehen, wenn sie zahlreich sind und sich an der Mautstelle stauen? Bis da alle durch sind, für alle bezahlt ist, wohin bloß mit den Menschenmassen bei einem Durchgang, der mit 1-2 Personen total zu ist? Die Antwort steht auf einem hölzernen Schild neben der Bank: Gruppensammelplatz! Ja, Mensch, da könnten wir alle neben dem Bänkchen stehen!

schild gruppensammelplatz

Man kann auch mitten auf dem Gottesacker stehen – ich erinnere daran, dass es sich dabei um eine löcherige Steinwüste handelt – und plötzlich lesen: “Ausgangspunkt 600m”. Wie wurde dieses Schild gemacht? An einem Ort, an dem Leute vorbeikommen, die Ausgangspunkte haben werden, die ein Dutzend oder was Kilometer auseinander liegen, ist das schon ein extrem schlaues Schild, wenn es DAS anzeigen kann (*rechne* stimmte das bei uns?)!

schild ausgangspunkt

Dagegen mutet ein schlichtes Kruzifix mit Kuh gar nicht so spektakulär an. Ich fragte mich, ob es da hängt, damit Touristinnen wie ich unsere Bayern-Klischees bestätigen können. Mit Geranien, ohne Blüten, mit Kuh. (Habe ich jetzt irgendwessen Recht am Bild verletzt oder Gebote bezüglich Bildern?)

kruzifiz mit kuh

Von dem, was nun noch kommt, will ich auf keinen Fall behaupten, dass es mit Bayern oder dem Allgäu zu tun hat. Vielmehr möchte ich die These aufstellen, dass die Bio-Fraß-Industrie glaubt, Ihren gutgläubigen KundInnen alles erzählen können, solange das Siegel drauf ist. Wir mussten es uns nochmal genau auf der Zunge zergehen lassen: “Mondschein Käse an Licht-Blütentagen und Wärme-Fruchttagen gekäst mit Aqua Luna Wasser gepflegter Rinde Schnittkäse mindestens 55% Fett i.Tr.” Meine pedantische Rechtschreibüberprüfung stelle ich gleich zurück und rücke die Frage in den Vordergrund, what the f*** are Licht-Blütentage, Wärme-Fruchttage und Aqua Luna Wasser??? Nun, es hat ja funktioniert, wir haben es gekauft und stellen beim Probieren (bei Vollmond!) enttäuscht fest, dass es sich im Prinzip um sowas Ähnliches wie dänischen Esrom handelt.

etikett mondscheinkaese

Was ich mich beschwere? All diese total wichtigen Infos prasselten innerhalb von einem Wochenende auf uns ein. Es war, als hätte die Welt plötzlich lauter Botschaften an uns, die sie besser für sich behalten hätte. Text lauert, wo mensch Natur will… Symbole ziehen die Blicke auf sich, die eine gerade in die Weite schweifen lassen wollte. Die Zivilisation ist immer da. Und oft albern.

Hoher Ifen und Gottesacker

Dienstag, Oktober 10th, 2006

Eine schicke Wanderung haben wir gemacht! Hauptsächlich in Österreich, teils aber doch wieder in Deutschland, unser Ausgangspunkt war irgendwo Nähe Riezlern im Kleinwalsertal: die Auenhütte. Zugegebenermaßen haben wir uns den Beginn durch den Sessellift vereinfacht (Yo! Mein erster Trip in einem solchen, sehr witzig, sich rückwärts auf ein Sitzlein fallen zu lassen und dann: Schweben, eigentlich fast Fliegen!)
 
Oben dann fielen schnell all die winterlichen Hüllen, in die wir uns bei morgendlichen drei oder sechs Grad gewickelt hatten, denn das Zwischenziel, der Hohe Ifen liegt auf 2229 Metern Höhe, schwitz. Hier seht Ihr seinen beeindruckenden Bau: Er hat eine Stufe, die aber dank Drahtseil und nicht so starkem Ausgesetztsein gut zu erklimmen ist. Der Blick war aufgrund des plötzlichen Sonnenwetters gegeben. Nicht nur das ganze Kleinwalsertal und Kempten waren da unten, sondern Alpen, Alpen ohne Schnee, Alpen mit Schnee und der fette Bodensee! (Er ist nicht so tiefblau, wie ich ihn mir seit meiner Kindheit vorgestellt hatte. Schade, denn dann käme er auf dem Bild auch zur Geltung…) Päuschen. Gucken. Knipsen. Gucken. Atmen. Per SMS prahlen, wo ich mich gerade befinde (denn da oben ist tatsächlich Empfang). Einen Muffin verspeisen.Dann wieder runter.
 
Doch das war's noch nicht, denn unser Ziel heißt “Wäldele”. Um dahin zukommen gehen wir noch auf das Hahnenköpfle und über den Gottesacker. Ersteres ist ein Mini-Gipfel, man glaubt, Aussicht zu haben, doch im Vergleich zu dem, was vorher war, ist dies ein kleiner Pickel, der mit einem protzigen Kreuz oben drauf behauptet, hoch zu sein. Schnell vorbeigehen, sich nicht beeindrucken lassen… Der Gottesacker könnte so heißen, weil darauf all die WandererInnen beerdigt sind, die entweder in seine Spalten und Löcher gefallen sind oder die wie ich plötzlich so schrecklich müde wurden. Er zieht sich nämlich ewig hin, rauf, runter, in Spalten gucken, drübersteigen, rauf, runter, aufpassen, glitschig, rauf, runter… Irgendwann erhärtet sich der Verdacht mit den WandererInnen, denn es tauchen Grabsteine auf. Von Ferne ist unklar: Ist das natürlich oder von Menschenhand? Aus der Nähe ist dann schon klar, Menschenhand. Absurd, lustig, seltsam. Es zeigt ja auch, dass andere an dieser Stelle Kräfte übrig hatten, kreativ zu werden. Wir fangen dagegen an, zu halluzinieren und Tierköpfe darin zu entdecken… Der Abstieg sollte vor der Dunkelheit geschehen, doch ganz klappte das nicht. Das letzte, was wir sahen, bevor sie über uns kam, war eine “Jagdliche Einrichtung”, ein Holzhäuschen, von außen schön mit Geweihen verziert (auch mit Schildern, dass man ja die Pfoten davonlassen und nicht reingehen soll). Dann Irrfahrt durch den dunkler werdenden Wald.
 
Erst als wir am Ende auf die Straße kommen, die zum Ziel führt, passiert, was mich die Müdigkeit vergessen lässt: Der Mond geht auf. Ich bin kurzzeitig total gerührt, denn das habe ich tatsächlich noch nie gesehen! Wie kann ich diese Bilder in meinem Kopf möglichst lange konservieren, zumal ich schon wieder in Berlin bin? Sie lassen sich nicht vakuumverpackt einschweißen oder bei ebay ersteigern. (Im Moment lassen sie sich nicht mal mehr bei flickr einstellen, denn ich lade zu viel hoch… sorry, liebe LeserInnen, da reiche ich bald die fehlenden noch nach.)