Archive for the ‘Linux’ Category

2 oder 3 Dinge zum SFD gestern

Sonntag, September 19th, 2010

“Du bist ja keinen Tag älter geworden. Bist Du schon verheiratet?” *Sucht meine Finger nach Ringen ab…*

Jo, wenn ich auch Zitronen [1] vergeben würde, wäre ich für diese Begrüßung beim gestrigen Software Freedom Day gleich ganz am Anfang eine losgeworden. Ich schätze es ja durchaus, wenn ich zu so einer Veranstaltung komme und mich den Themen der Veranstaltung zuwenden kann, das war gestern nicht ganz so einfach. Als hätte ich ein Banner auf der Stirn kleben, auf dem steht “Frau – bitte sprecht mit mir über Familienstand oder Kindererziehung”. Normalerweise geht es doch echt auch anders, gestern war es aber gleich mehrfach so. Auf die interessantere Seite der Medaille wurde ich auch angesprochen: Ob ich wüsste, warum so wenig Frauen in Linux-Communities sind. Die dazu geäußerte Theorie meines Gesprächspartners: Frauen wollen sich nicht ausgiebig mit Technik beschäftigen, sondern ziehen sich in die “Schmollecke” zurück, wenn nicht gleich alles funktioniert. Jaaaaaa – beisst sich da der Pinguin in den Schwanz???

Da waren natürlich auch andere Leute. So wurde z.B. die gerade laufende Diskussionen über Vernetzungsmöglichkeiten von Communities in Berlin und Brandenburg weitergeführt, über openvpn auf Smartphones recherchiert usw. Dann Gesamteindrücke:

  • Die Vorträge waren sehr für Einsteiger_innen gemacht, gekommen sind aber eher die üblichen Verdächtigen – sicher auch, weil es mit all den Demos gestern wichtige places-to-be gab.
  • Der Jugendclub E-LOK ist schon ein netter Ort, mit dem Garten und dem jugendclubmäßig-erschwinglichen Grillgut. (Und noch netter bei mehr als 10 Grad…) Toll von der dort ansässigen Gruppe “Linux works”, dass sie sich da so engagiert haben!
  • Den Film “Weizenbaum. Rebel at work” kannte ich bisher nur in Ausschnitten. Er liegt auch beim ccc zum Download rum. (Da: http://chaosradio.ccc.de/25c3_m4v_3052.html) Feine Idee, den da zusammen zu gucken.

[Das feministische österreichische Nachrichtenportal diestandard.at verleiht virtuelle Zitronen für sexistische Werbung (http://diestandard.at/r1192182008645/Zitronen).]

Software Freedom Day 2010

Donnerstag, September 16th, 2010
Software Freedom Day 2010

Software Freedom Day 2010

…ist am Samstag! Ihr könnt Euch dort in Vorträgen über verschiedene Linux-Distributionen informieren oder schauen, welche Projekte sich anderweitig dort vorstellen. Auch schön: Abends gibt’s den Film Joseph Weizenbaum – Rebel@Work. Für Berlin (und HH, M) ist hier das geplante Programm zu entnehmen: http://linuxwiki.de/action/show/SoftwareFreedomDay2010

Update: Das soll Euch nicht von den zahlreichen wichtigen Demos am Samstag abhalten! Man bedenke z.B., dass auch Computer mit Atomstrom betrieben werden!

Handykamera als Webcam nutzen

Donnerstag, September 2nd, 2010

Das Projekt Smartcam (http://sourceforge.net/projects/smartcam/) ist ganz schick! Ick hab keene Webcam – dachte ich bisher… Warum hab ich das nicht früher entdeckt, das gibt es schon seit Jahren!?

Hier geht es um eine Software für a) Symbian60 3rd und b) Ubuntu Lucid. Im Netz kursieren diverse Versionen der Software, aus verschiedenen Quellen und verschiedenen Alters, die bei mir nicht funktioniert haben. Dabei können sowohl Probleme in der Programmversion für’s Handy liegen als auch in der für den Rechner. So hatte ich zb zuerst eine Version auf dem Handy, die zwar startete, aber nur zwei Menüpunkte hatte. (Die kam vom Portal free-symbian.eu und es hat etwas gedauert, bis ich ihr misstraut habe.) Auf dem Rechner schlug das Kompilieren des Treibers fehl, sowohl auf dem i386 als auch auf dem ppc (jeweils unter Ubuntu).

Nun ja, wie es letztlich ging: In seinem Ubuntu ppa hat mgorven eine vorkompilierte Version für Ubuntu Lucid (i386) liegen, und zwar eine, bei es nicht trotzdem noch nötig ist, den Treiber selbst zu kompilieren (hier das .deb). Die Schritte also:

  1. Das Paket installieren, z.B. mit dem sich automatisch öffnenden Paketverwaltungsprogramm oder mit dpkg -i smartcam_1.4.0-0ubuntu2%7Elucid1_i386.deb .
  2. Suchen, wo der Treiber sich rumtreibt (eine Möglichkeit: sudo updatedb und danach locate smartcam.ko, den Pfad kopieren für 4.)
  3. sudo modprobe videodev
  4. sudo insmod /lib/modules/2.6.32-24-generic/updates/dkms/smartcam.ko (der Pfad aus 2.)
  5. Berechtigungen für das Device anpassen: sudo chmod 0666 /dev/video0
  6. Mit dem .deb-Paket landet dann auch die passende Programmversion für’s Handy auf dem Rechner (lag bei mir in /usr/share/smartcam/phone_installs/SmartCamS603rdEd_v1_4.sis). Um sie zu installieren, musste ich das Handydatum mal wieder verdrehen, auf August 2009 (*nerv*).

Danach das Programm Smartcam zuerst auf dem Rechner starten, dann auf dem

Screenshot Smartcam auf Nokia E65

Screenshot Smartcam auf Nokia E65

Handy, dort Bluetooth auswählen und “connecten”. (Ich gehe hier davon, aus dass Handy und Rechner schon mal gekoppelt wurden.) Dann sollte auf dem Rechner – verzögert – im Smartcam-Fenster das zu sehen sein, was die Handykamera gerade überwacht ;-) . In Skype hab ich das kurz ausprobiert, dort ließ sich dann beim Videogerät obiges /dev/video0 auswählen.

Bleibt nur noch eins: Der olle powerpc ist unversorgt, aber dafür gibt’s ja eh kein Skype.

Kleine Replik auf nrrrdz

Freitag, Juli 23rd, 2010

Gestern hab ich mir endlich Zeit genommen und den Podcast nrrrdz angehört, die Folge über Geld. Da er schon ein paar Wochen alt ist, konnte ich den Kommentaren schon entnehmen, dass es viel um Apple-Produkte geht. Ja, stimmt. Die beiden nrrrdz stellen in der Folge aber eigentlich fest, dass in der Blogosphäre die materielle Basis des Bloggens ausgeblendet wird: Was kostet die nötige Technik? Wie zugänglich ist sie damit wen? Wie oft kaufen sich Leute das neuste Zeugs? Wer hat eigentlich das Geld, dauernd auf Community-Events oder Konferenzen zu fahren? Spannende Fragen… und der Aufruf, das Thema auf den Tisch zu bringen. Ganz Ähnliches ist mir doch vor ein paar Tagen schon mal begegnet, und zwar im “Setup” auf admartinator (wo – wie ich finde – auch hauptsächlich Apple-Fans ihre tollen Gadgets loben). Leute wie ich werden von den nrrrdz “die Verbliebenen” genannt, die nämlich keine Macs haben, weil sie Linux nutzen. Von mir aus. Ich halte mich eigentlich auch aus anderen Gründen für eine “Verbliebene”:

  • Ich nutze Linux u.a. auf einem alten ibook. Und nicht erst, seit das damals erstandene Betriebssystem veraltet war, sondern schon nach einigen Monaten, mit dem Vermissen von Linux. 2005 jekooft, im selben Jahr Linux ruff.
  • Der zweite Rechner, den ich hab, war ein Gebrauchtkauf, als das ibook mal in Reparatur war, ein T40 (von schätzungsweise 2006). Der dritte ist ein uralt-Rechner von einer Mitbewohnerin, der mir als Testserver dient, bevor ich diesen Server hier kaputtspiele. Der vierte ist ein Geschenk von jemandem bei den Chemnitzer Linuxtagen 2010, ein fast 10 Jahre altes Laptopchen, dass von den Maßen her einem Netbook ähnlich kommt, aber lahm ist. Schön leicht für unterwegs. Klaut auch niemand, weil assbach.
  • Ich hab also 4 Computer und einen gemieteten Server, und das macht mich zu einer ungemein privilegierten Person (!), auch wenn mein Zeug nicht neu ist. Dieser Gedanke kam mir bei Euch etwas zu kurz. Wobei Ihr den Begriff “Mittelschicht” ja schon einbringt. Ich hörte von iphone, ipod, Digitalkamera, der Möglichkeit, noch funktionierende Dinge weiterzuverleihen oder sie sich zu leihen. Das sind doch auch schon Privilegien, auch wenn Ihr bei jeder Neuanschaffung länger überlegt oder rechnen müsst.
  • Klar schaue ich öfter im Netz nach, was es so Neues gibt oder träume vom perfekten Linuxhandy. Manchmal denke ich, dass eine Digi- oder Webcam toll oder integriertes Bluetooth statt einem ewig am falschen Ort liegenden Dongle praktisch wäre. Aber dann stelle ich auch immer fest, dass der perfekte Laptop für mich eh noch nicht gebaut wurde: Immer fehlt was Wichtiges, aber mit Platte und RAM wird mensch zugeschmissen, wozu bloß?
  • Wie Ihr auch, hab ich diverse Ersatzteile für Rechner beschafft. Bei den Internetrecherchen dafür läuft mir aber immer fast die Galle über: Ein Preisvergleich zwischen neuen Laptop-Akkus und neuen Netbooks kommt mir dann fast vor, als würde mich der Kapitalismus höchstpersönlich zum Neukauf drängen. Es wird uns dermaßen nahegelegt, dass Reparaturen/Ersatzteile sich nicht lohnen, sondern der Kauf vom Neusten. Dabei wissen wir, was mit Elektroschrott geschieht, in welche globalen Ketten der wieder eingeht. Das allein ist für mich ein Argument mehrfach kritisch zu fragen, ob ich irgendwas neu kaufen muss, ob ich nicht auch Second-Hand bekomme, was ich brauche, und ob ich es eigentlich überhaupt brauche oder nur haben will.

Klar kaufe ich auch Sachen (wie Klamotten), deren Äquivalente ich auch aus ‘ner Freebox nehmen könnte. Ich will mir aber gerade mit schicker Technik auch nicht dauernd vermitteln lassen, dass cih schon wieder irgendwas Neues kaufen sollte.

Ich ende also mal mit ‘nem Themenvorschlag für nrrrdzs, für ein nächstes Mal: Richtet doch die Aufmerksamkeit beim Thema “Geld und Technik” mal auf die “Neben”ökonomien, Second-Hand, reuse-Computers und was es so gibt. Das wäre spannend, sicher informativ und nicht so eine Firmenwerbeveranstaltung.

Versch(r)obene Wahrnehmung

Freitag, September 15th, 2006

Wieder Wizards of OS. Mittags. Ein Sonnenschirm wird vom Wind aus der Verankerung gerissen und schlägt ein paar Meter weiter auf. Köpfe der Leute an den Tischen knapp verfehlt. 2 Schocksekunden, dann äußert der Typ, der mir gegenübersitzt sitzt, seine Erleichterung darüber, dass unsere Laptops nichts abbekommen haben (sic).

In der prallen Sonne bauen ein paar Leute einen Tisch auf und beflaggen piratisch: Nun hat auch Deutschland eine Piratenpartei. Ich gehe näher ran und bekomme gleich ein Beitrittsformular gereicht: “Hier, willst Du nicht Mitglied werden? Wir brauchen dringend noch Frauen.” Eine richtige Bereicherung des Parteienspektrums also… Ich frage nach dem Programm. Sie haben es nicht mit, denn sie haben sich ja gerade erst gegründet. “Steht außerdem alles im Wiki. Wir machen das ganz transparent.” Ich komme mir ein bisschen böse vor: Sicher haben sie irgendwie auch Anliegen, die ich vertrete, aus dem Bereich informationelle Selbstbestimmung etc. Tue ich so engagierten, jungen Leuten unrecht, wenn ich denke, wer hier sein schickes neues MacBook auspackt, den würde ich nicht zu den Unterdrückten unserer Gesellschaft zählen?! Aber gut, so gehen die Wahrnehmungen auseinander…

Ich ziehe mich wieder in den Iglu zurück, wo ich ganz im Sinne der Veranstaltung von meiner großen Freiheit Gebrauch mache und blogge. Hier hängen drei, vier Gestalten dösend in Liegestühlen und hören Elektro. Darüber per Beamer irgendwelche filmähnlichen “Visuals” ausgestrahlt, flackernde Augen, flackernde Ameisen, Kunst, die mir verschlossen bleibt. Wie so einiges hier.

Wizards of OS 4

Donnerstag, September 14th, 2006

Ich mach 'ne Pause. Gehe mal in den aufgeblasenen Iglu, den die c-base im Hof des Columbisgeländes stehen hat. Da stehen ein paar Liegestühle, und die Nachricht kursiert: Endlich kann man surfen – das freifunk-Internet verweigerte bis dato den enttäuschten Massen nämlich IP-Adressen, so dass alle den ReferentInnen zuhören mussten, ohne gleichzeitig auf deren Projektseiten zu gucken oder wem zu mailen, dass nach unter drei Stunden hier schon die Clubmate ausverkauft ist. Die meisten haben ihre Rechner mit und tippen in sich gekehrt vor sich hin (wie ich gerade auch aussehen muss). Ich bin vor lauter leuchtendem Herbstobst schon ganz geblendet und erstaunt, dass auch alle gleich das frischeste geerntet haben.

(An dieser Stelle wollte ich kurz abschweifen und auf ein schickes Foto hinweisen, das mit unterkam. Nett vom Fotograf, es freizugeben, aber noch viel toller vom Menschen, der die Schablone gemacht hat! http://www.flickr.com/photos/whatwhat/91374586/) So, Pause endet… http://wizards-of-os.org/index.php – mal weiter schauen.