Archive for the ‘FOSS-Community’ Category

Beiträge von Frauen zur Entwicklung freier Software sichtbar machen!

Sonntag, März 13th, 2011

Christina Haralanova hat letzens ihre Abschlussarbeit (pdf) [1] online gestellt, in der sie sich mit Frauen beschäftigt, die zur Entwicklung freier Software beitragen. Sie trägt den Titel “L’apport des femmes dans le développement du logiciel libre”, also in etwa “Der Beitrag von Frauen zur Entwicklung freier Software”. Die Arbeit ist auf französisch – Übersetzer_innen ins Englische und Spenden dafür werden noch gesucht.

Und hier kommt eine kleine Zusammenfassung, wobei ich v.a. auf die empirischen Befunde inkl. Interpretation eingehe (ab Kapitel fünf). Theoretische Anregungen gibt es in der Literaturliste, viele davon sind auf englisch und ebenfalls bei “uns” rezipiert worden. Wer den Kontext auf deutsch nachlesen möchte, kann gut “Frauen-freie Zone Open Source?” von Patricia Jung (2006) lesen, den es hier gibt. [2]

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Vortrag online: Ich über Sprache, Humor und Linux

Montag, Dezember 20th, 2010

Neulich habe ich bei der AG Queer Studies an der Uni Hamburg einen Vortrag gehalten. Alle Interessierten können ihn sich jetzt auch im Podcast-Channel der AG anhören. Der Titel war “Doing difference unter Linux”, und das Ganze ist ein kleiner Teil aus meiner Dissertation, die im Entstehen begriffen ist. Es geht um Sprache und Humor in Linux-Communities.

Link hier: http://agqueerstudies.de/silke-meyer-doing-difference-unter-linux/, und Kommentare könnt Ihr gerne hier im Blog abladen.

Anmerkung zum Artikel “Communities verbinden”

Freitag, Dezember 3rd, 2010

In der aktuellen LinuxUser [1] 12/2010 ist ein Artikel von Frank Hofmann erschienen, der die aktuellen Vernetzungsbemühungen  von Linuxgruppen im Berlin und Brandenburg darstellt [2]. Wir hatten uns vorher über den Artikel unterhalten, und ich stehe mit einigen anderen Menschen unten drunter, bei denen Frank sich für die kritischen Anmerkungen bedankt. Da ich meinen Punkt im Artikel sehr verkürzt wiederfinde, möchte ich ihn hier nochmal kurz darlegen: Es ging mir um die Atmophäre von LUG-Treffen.

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2 oder 3 Dinge zum SFD gestern

Sonntag, September 19th, 2010

“Du bist ja keinen Tag älter geworden. Bist Du schon verheiratet?” *Sucht meine Finger nach Ringen ab…*

Jo, wenn ich auch Zitronen [1] vergeben würde, wäre ich für diese Begrüßung beim gestrigen Software Freedom Day gleich ganz am Anfang eine losgeworden. Ich schätze es ja durchaus, wenn ich zu so einer Veranstaltung komme und mich den Themen der Veranstaltung zuwenden kann, das war gestern nicht ganz so einfach. Als hätte ich ein Banner auf der Stirn kleben, auf dem steht “Frau – bitte sprecht mit mir über Familienstand oder Kindererziehung”. Normalerweise geht es doch echt auch anders, gestern war es aber gleich mehrfach so. Auf die interessantere Seite der Medaille wurde ich auch angesprochen: Ob ich wüsste, warum so wenig Frauen in Linux-Communities sind. Die dazu geäußerte Theorie meines Gesprächspartners: Frauen wollen sich nicht ausgiebig mit Technik beschäftigen, sondern ziehen sich in die “Schmollecke” zurück, wenn nicht gleich alles funktioniert. Jaaaaaa – beisst sich da der Pinguin in den Schwanz???

Da waren natürlich auch andere Leute. So wurde z.B. die gerade laufende Diskussionen über Vernetzungsmöglichkeiten von Communities in Berlin und Brandenburg weitergeführt, über openvpn auf Smartphones recherchiert usw. Dann Gesamteindrücke:

  • Die Vorträge waren sehr für Einsteiger_innen gemacht, gekommen sind aber eher die üblichen Verdächtigen – sicher auch, weil es mit all den Demos gestern wichtige places-to-be gab.
  • Der Jugendclub E-LOK ist schon ein netter Ort, mit dem Garten und dem jugendclubmäßig-erschwinglichen Grillgut. (Und noch netter bei mehr als 10 Grad…) Toll von der dort ansässigen Gruppe “Linux works”, dass sie sich da so engagiert haben!
  • Den Film “Weizenbaum. Rebel at work” kannte ich bisher nur in Ausschnitten. Er liegt auch beim ccc zum Download rum. (Da: http://chaosradio.ccc.de/25c3_m4v_3052.html) Feine Idee, den da zusammen zu gucken.

[Das feministische österreichische Nachrichtenportal diestandard.at verleiht virtuelle Zitronen für sexistische Werbung (http://diestandard.at/r1192182008645/Zitronen).]

Software Freedom Day 2010

Donnerstag, September 16th, 2010
Software Freedom Day 2010

Software Freedom Day 2010

…ist am Samstag! Ihr könnt Euch dort in Vorträgen über verschiedene Linux-Distributionen informieren oder schauen, welche Projekte sich anderweitig dort vorstellen. Auch schön: Abends gibt’s den Film Joseph Weizenbaum – Rebel@Work. Für Berlin (und HH, M) ist hier das geplante Programm zu entnehmen: http://linuxwiki.de/action/show/SoftwareFreedomDay2010

Update: Das soll Euch nicht von den zahlreichen wichtigen Demos am Samstag abhalten! Man bedenke z.B., dass auch Computer mit Atomstrom betrieben werden!

Emma-Artikel über Frauen*imNet

Dienstag, Juli 20th, 2010

Nun zirkuliert der Artikel online, den die Emma über das Frauen*imNet-Treffen vom Juni veröffentlicht hat: emma.de.

Zu einer Formulierung hab ich was zu ergänzen:

“Das kleine Sternchen ist ein wichtiger Zusatz. Es bedeutet: Das Netzwerk richtet sich nicht nur an Frauen, sondern an alle, die sich für die Gender-Debatte im Internet interessieren.”

Das stimmt. Darin ist aber eine Diskussion verschwunden (die die Emma-Redakteur_innen auch nicht mehr mitbekommen haben). Es ging nämlich darum, einen Namen für das Netzwerk zu finden, unter dem sich zumindest die Anwesenden alle wiederfinden. “Frauen” wollten viele nicht ohne Weiteres so stehen lassen (siehe Reproduktion des Zweigeschlechtersystems). Einen abstrakteren Namen fanden andere wieder zu weit von dem, weshalb sie gekommen waren. “Frauen*” war das, worauf wir uns einigen konnten. So kam das.

“Sex 2.0″ – Der schlechteste Vortrag des Tages

Sonntag, Dezember 30th, 2007

Die Vorträge sind wie immer verschieden – es gab sehr feine und halt andere (ich motze heute nur, deshalb gehe auf die guten Sachen nicht so genau ein. Das ist vielleicht unlauter, aber was soll es…). Meine erste Erwartung war, dass der “Anti-Verpeil-Talk” den Vogel abschießt. Nach fünf Minuten war mir klar, dass ich dort nicht wirklich viel für mich mitnehme – aber mir war auch klar, weshalb der Redner sich so eingehend mit Zeit- und Projektmanagement auseinandergesetzt hat… Zudem konnte ich seine Folien auch nicht sehen, weil es so voll war. Und: ich gehöre zu den Menschen, die auf einen papiernen Kalender schwören, anstatt dauernd jedes to doeinzutippen und Laptop und Handy zu synchronisieren und all das auch noch auszudrucken.
Aber der Anti-Verpeil-Talk wurde noch auf wundersame Weise getoppt durchden abendlichen Vortrag “Sex 2.0. Hacking Heteronormativity”. Ein Mann (ich glaube, dies ist keine voreilige Zuschreibung) saß vor dem überfüllten Saal und gab zum Besten, dass er eigentlich gar nicht verstanden hat, worüber er dort spricht. Er führte in Begriffe ein (sehr runtergebrochen, er hat vielleicht mal bei Wikipedia nachgelesen oder so) und machte dann einen Bogen, den nicht nur ich nicht nachvollziehenkonnte. Es ging irgendwie um Menschen, die wegen ihre sexuellen Orientierung diskriminiert werden oder einfach von gesellschaftlichen Normen abweichen, darum dass sie sich durch das Internet besser vernetzen / austauschen können als vorher, dass aber die Profile, die sie sich auf den entsprechenden Portalen einrichten können eigentlich total krasse Daten abfragen (Da fehlte eine Verbindung, das stand da so nebeneinander.). Auf den merkwürdigen Folien standen immer nur Worte, am Ende “soziale Verantwortung”. Hm. Oft baute er komische Witzchen ein und kam damit meist wenig ernsthaft rüber.
Ich fragte mich gerade, was will der uns sagen, da stellte jemand diese Frage laut und schloss an: Wie ist nochmal die Verbindung zu Heteronormativität? Die Unbedarftheit des Menschen da vorn wurde bei den Nachfragen offensichtlich. Er hatte weder Thesen, noch konnte er irgendwelche Nachfragen beantworten. Schlimmer,er schien einen schicken Begriff aufgeschnappt zu haben und den auf dem Kongress einbringen zu wollen (was ja eine gute Idee ist), aber er schien nicht nachvollzogen zu haben, wovon er redet (“die weibliche Sexualität als solche im Vergleich zurmännlichen”). Er quasselte was von Frauen und ihren Bügeleisen, hier plötzlich ganz ernst. Hilfe…Jetzt ist hier schon wieder ein Vortrag, ich hör mal auf zu tippen!